{"id":7056,"date":"2024-01-20T22:35:33","date_gmt":"2024-01-20T21:35:33","guid":{"rendered":"https:\/\/wafdal.applecreek-dalmatians.de\/der-standard-und-seine-bewertung\/"},"modified":"2024-02-07T00:03:17","modified_gmt":"2024-02-06T23:03:17","slug":"der-standard-und-seine-bewertung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/wafdal.org\/de\/der-standard-und-seine-bewertung\/","title":{"rendered":"Der Standard und seine Bewertung"},"content":{"rendered":"<div  class='flex_column av-26q8tc-85ad9e9c4420ed33ad17f2ef28f90c70 av_one_full  avia-builder-el-0  el_before_av_textblock  avia-builder-el-first  first flex_column_div  '     ><style type=\"text\/css\" data-created_by=\"avia_inline_auto\" id=\"style-css-av-lrmk9fzf-1933637f1d7b4486b609f3924e72add5\">\n#top .av-special-heading.av-lrmk9fzf-1933637f1d7b4486b609f3924e72add5{\npadding-bottom:10px;\n}\nbody .av-special-heading.av-lrmk9fzf-1933637f1d7b4486b609f3924e72add5 .av-special-heading-tag .heading-char{\nfont-size:25px;\n}\n.av-special-heading.av-lrmk9fzf-1933637f1d7b4486b609f3924e72add5 .av-subheading{\nfont-size:15px;\n}\n<\/style>\n<div  class='av-special-heading av-lrmk9fzf-1933637f1d7b4486b609f3924e72add5 av-special-heading-h3  avia-builder-el-1  avia-builder-el-no-sibling '><h3 class='av-special-heading-tag'  itemprop=\"headline\"  >Dalmatinerstandard und richterliche Beurteilung&#8230;<\/h3><div class=\"special-heading-border\"><div class=\"special-heading-inner-border\"><\/div><\/div><\/div><\/div><section  class='av_textblock_section av-lrmkiuva-c3f67a47cb0172963e0146c9b3073657 '   itemscope=\"itemscope\" itemtype=\"https:\/\/schema.org\/CreativeWork\" ><div class='avia_textblock'  itemprop=\"text\" ><p>&#8230;aus der Sicht einer international erfahrenen Spezialrichterin<\/p>\n<\/div><\/section><\/p>\n<section  class='av_textblock_section av-lrmkk4ar-24a4f441c743236d9c18e7e9b37d7b56 '   itemscope=\"itemscope\" itemtype=\"https:\/\/schema.org\/CreativeWork\" ><div class='avia_textblock'  itemprop=\"text\" ><p>Den nachfolgenden Artikel zu einem wichtigen Thema hat mir Frau Gisa Schicker zur Ver\u00f6ffentlichung \u00fcberlassen. Frau Schicker ist Allgemeinrichterin und Mitglied in der Richterkommission des VDH. Sie ist dar\u00fcber hinaus Spezialrichterin des Deutschen Dalmatiner Club von 1920 e.V.. Sie hat in vielen L\u00e4ndern die Dalmatiner gerichtet und verf\u00fcgt damit \u00fcber einen hervorragenden \u00dcberblick \u00fcber die Rasse und ihre Besonderheiten. Ihre Beobachtungen kommen dabei in ihrem Bericht in besonderer Weise zum Ausdruck.<\/p>\n<p><em>Josef Fertig<\/em><\/p>\n<\/div><\/section>\n<section  class='av_textblock_section av-lrml93ai-73110e50534e7203ba8b226dbe06ae69 '   itemscope=\"itemscope\" itemtype=\"https:\/\/schema.org\/CreativeWork\" ><div class='avia_textblock'  itemprop=\"text\" ><p>\u201eDie Bedeutung der Standardvorgaben im Hinblick auf die Bewertungsanforderungen an den Formwertrichter bei der Beurteilung des Dalmatiners im Ausstellungsring.\u201c<\/p>\n<p>Nachfolgende \u00dcberlegungen, Anregungen und Diskussionsbeitr\u00e4ge f\u00fcr Formwertrichter, Z\u00fcchter und Liebhaber des Dalmatiners, resultieren aus Beobachtungen und Auff\u00e4lligkeiten im Zusammenhang mit meinen internationalen Richtert\u00e4tigkeiten.<\/p>\n<p>Liebe Dalmatinerfreunde,<\/p>\n<p>aus vielen Gr\u00fcnden ist es gut, dass wir die FCI-Standards haben, denn schon ihre \u00fcber 100j\u00e4hrige, in ihren Grundz\u00fcgen nicht angetastete Existenz widerlegt die h\u00e4ufig erhobenen Bedenken und Vorw\u00fcrfe, dass die gegenw\u00e4rtigen Populationen der Rassehunde \u00fcberz\u00fcchtet und aus diesem Grunde auch nicht lebensf\u00e4hig sein.<\/p>\n<p>Zust\u00e4ndig f\u00fcr den jeweiligen Standard ist allein das Ursprungsland der Rasse, das den Standard der FCI-Standardkommission zur Begutachtung vorlegt, die ihrerseits die \u00dcbersetzungen in die vier Amtssprachen der FCI vornimmt (Deutsch, Englisch, Franz\u00f6sisch, Spanisch).<\/p>\n<p>Der somit von der FCI anerkannte und f\u00fcr alle FCI-Mitgliedsl\u00e4nder weltweit verbindliche Standard gilt daher f\u00fcr alle Richter und ebenso auch f\u00fcr Sie als Z\u00fcchter und Funktion\u00e4re, er stellt sozusagen die gemeinsame Grundlage f\u00fcr alle kynologischen Aktivit\u00e4ten dar.<\/p>\n<p>Liebe Dalmatiner-Freunde \u2013 auch wenn der einzelne Richter nicht unbedingt mit allen Details und Anforderungen des Standards einverstanden oder deutlich anderer Auffassung ist, muss er sich bei seiner Urteilsfindung dennoch uneingeschr\u00e4nkt an die Standardvorgaben halten.<\/p>\n<p>Die ausdr\u00fcckliche Aufz\u00e4hlung negativer Merkmale und ihre Zuordnung zu \u201eFehler\u201c, \u201eSchwere Fehler\u201c und \u201eAusschlie\u00dfende Fehler\u201c am Ende der Standards hat sich als sehr n\u00fctzlich erwiesen, zumal man damit FCI-weit einer einheitlicheren und damit gerechteren Beurteilung wesentlich n\u00e4her kommt. Die unter \u201eFehler\u201c als Standardabweichungen zitierten M\u00e4ngel sollten unserer Meinung nach zu einer Herabsetzung der Formwertnote um eine Stufe f\u00fchren. Ein mit einem \u201eSchweren Fehler\u201c behafteter Hund l\u00e4sst keine andere Beurteilung als \u201eGut\u201c zu, w\u00e4hrend Hunde mit einem\u201c Ausschlie\u00dfenden Fehler\u201c nur noch mit \u201eGen\u00fcgend\u201c oder \u201eDisqualifiziert\u201c bewertet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Kommen wir nun zu unserer eigentlichen T\u00e4tigkeit im Ausstellungsring und einigen wir uns vorab darauf, dass wir das Wort \u201erichten\u201c als eine komplexe T\u00e4tigkeit verstehen wollen, um somit ein Bild vom Abw\u00e4gen und Bewerten unterschiedlicher Faktoren auf der Basis von den im Standard vorgegebenen Forderungen an die jeweilige Rasse zu gewinnen. Der so genannte \u201eBlick\u201c f\u00fcr den rassetypischen Hund, Sicherheit in der Interpretation des Standards, Einsch\u00e4tzung der Gesundheit im Zusammenhang mit Typ, Konstitution, Kondition und Verhaltensweise sind unabdingbare Voraussetzungen f\u00fcr erfolgreiche und damit den Rassen dienliche Aus\u00fcbungen des Richteramtes. Ein Richter muss stets im Bewusstsein seines immensen Einflusses auf die Zucht agieren, er tr\u00e4gt eine nicht zu untersch\u00e4tzende Verantwortung f\u00fcr die Rasse. Er ist nicht nur als \u201eWertnotenverteiler\u201c t\u00e4tig, sondern er sollte \u2013 was viel wichtiger ist &#8211; abtr\u00e4gliche Modetendenzen und \u00dcbertypisierungen erkennen, ahnden und sein Augenmerk vornehmlich auf das Normale, biologisch Funktionale, Verantwortbare richten.<\/p>\n<p>Erkennen erst einmal die Z\u00fcchter, dass einzelne Richter bestimmte \u00dcbertreibungen akzeptieren oder gar m\u00f6gen, werden einige von ihnen bem\u00fcht sein, jenen Richtern zu gefallen und mehr derartig aussehende Hunde z\u00fcchten. Ein Beispiel daf\u00fcr ist, dass manche der falschen Vorstellung \u201eJe gr\u00f6\u00dfer desto besser\u201c im Glauben folgen, dass die Hunde deswegen automatisch viel beeindruckender wirken m\u00fcssen. Ein Fehlschluss, weil feststeht, dass dadurch die so charakteristische, wertvolle und bew\u00e4hrte Gebrauchst\u00fcchtigkeit des \u201egro\u00dfen Hundes\u201c deutlich Schaden nehmen muss. Zu jeder Rasse legten die FCI &#8211; Standards auch Gr\u00f6\u00dfen fest, welche unbedingt eingehalten werden sollten.<\/p>\n<p>Im Gegensatz zur \u201eGr\u00f6\u00dfen\u00fcbertreibung\u201c finden sich leider auch \u00fcberfeinerte, feingliedrige Dalmatiner mit zu langen und zu schlanken, h\u00e4ufig steil aufgesetzten H\u00e4lsen. Diese \u00fcbertrieben schlanken H\u00e4lse st\u00f6ren nicht nur das Gesamtbild eines kompakt gebauten Hundes, sondern sind leider auch oft gekoppelt mit Schmalbr\u00fcstigkeit, engem Frontstand und mangelhaft entwickelter Vorbrust.<\/p>\n<p>Wer mit seinem Hund an einer Ausstellung teilnimmt, m\u00f6chte auch siegen. Erfolgreiches Abschneiden wiederum setzt voraus, dass der Hund in bester physischer Kondition und somit in optimaler \u00e4u\u00dferer Erscheinung pr\u00e4sentiert wird. Entscheidend also ist, dass sich der Hund zum richtigen Zeitpunkt sowohl im Stand als auch in der Bewegung von seiner besten Seite zeigt und zudem gekonnt vorgef\u00fchrt wird.<\/p>\n<p>Die Hunde von au\u00dferhalb des Ringes zu richten scheint zun\u00e4chst einfach, aber die tats\u00e4chlich komplexe T\u00e4tigkeit des Formwertrichters gestaltet sich deutlich komplizierter innerhalb des Ringes. Zu entscheiden, welcher Hund in der vorgestellten Konkurrenz der Beste seiner Rasse ist, erfordert zu allererst detaillierte Kenntnis des Rassestandards und seiner Geschichte, ebenso wie die Anwendung einer gewissenhaften und systematischen \u00dcberpr\u00fcfungstechnik der f\u00fcr die jeweilige Rasse einzelnen Details und Charakteristika \u2013 Dinge, die man von au\u00dfen wohl kaum zu bew\u00e4ltigen in der Lage ist. Ablauf und Methode des Richtens m\u00f6gen f\u00fcr den ein oder anderen Aussteller und Rasseliebhaber zun\u00e4chst verwirrend erscheinen, und er wird zudem die Entscheidungen des Richters manchmal als inkonsequent oder gar widerspr\u00fcchlich empfinden. Ein m\u00f6glicher Grund daf\u00fcr k\u00f6nnte sein, dass einige Richter Perfektion in speziellen Punkten suchen und dabei vergesseen, den <strong>Hund als komplexes Ganzes<\/strong>, als <strong>ausdrucksvolles Lebewesen<\/strong> zu betrachten. Freilich, der absolut perfekte Hund muss noch geschaffen werden, und ihn wird es auch in absehbarer Zeit nicht geben! Dennoch, einige Tiere kommen den Standardforderungen deutlich n\u00e4her als andere! Diese k\u00f6nnen durch ihre Gene und einen gl\u00fccklichen und erfolgreichen Zuchteinsatz eine Art Starposition in ihrer Rasse \u2013 und weit dar\u00fcber hinaus \u2013 in der Ausstellungswelt erreichen. Eine derartig erworbene \u201eBer\u00fchmtheit\u201c \u00fcbt nachweislich nicht selten einen enormen Einfluss auf die Zukunft und Weiterentwicklung der gesamten Rasse aus, dies nicht nur wegen des h\u00e4ufigen Zuchteinsatzes des bekannten Siegerhundes, sondern auch wegen der verst\u00e4rkten Neigung mancher Z\u00fcchter, auf eben diesen Typ hin zu selektieren. Diese Umst\u00e4nde verlangen zwingend, dass Z\u00fcchter und Richter das Auge so schulen und trainieren, damit Gesundheit \/ Soundness, Ausgewogenheit \/ Harmonie und (Ausstellungs)-Konditon in ihren \u00fcberragenden Bedeutungen erkannt werden.<\/p>\n<p><strong>Gesundheit<\/strong> im weitesten Sinn muss die uneingeschr\u00e4nkt wichtigste Grundlage f\u00fcr die Beurteilung aller Hunderassen, also auch der Dalmatiner &#8211; sein.<\/p>\n<p><strong>Ausgewogenheit<\/strong> sollte unter verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden: \u201eVisuelle\u201c Ausgewogenheit bezieht sich auf das Verh\u00e4ltnis einzelner Teile des Hundes zueinander. \u201eStatische\u201c Ausgewogenheit beinhaltet die Struktur, die es dem Hund erm\u00f6glicht, ohne gro\u00dfe Anspannung still zu stehen, w\u00e4hrend die \u201ekinetische\u201c Balance es den Hunden erlaubt, sich ohne abtr\u00e4glichen Stress zu bewegen, zu traben oder zu galoppieren.<\/p>\n<p>Unter <strong>(Ausstellungs)-Kondition<\/strong> versteht man die augenblickliche K\u00f6rperverfassung des Hundes, die von \u201emager\u201c \u00fcber \u201enormal\u201c bis \u201everfettet\u201c reichen kann. Bitte verwechseln Sie nicht <strong>Kondition<\/strong> mit <strong>Konstitution<\/strong>. Konstitution ist die jedem Individuum eigene, ererbte und auch durch Umwelteinwirkungen beeinflussbare k\u00f6rperliche Verfassung, die bei allen Rassen zu beobachten ist. \u00dcberall findet sich der <strong>kr\u00e4ftige<\/strong>, <strong>grobe<\/strong>, der <strong>feine<\/strong> und der <strong>zarte Konstitutionstyp<\/strong>. Daher suchen wir im Ausstellungsring zu allererst nach dem <strong>ausgeglichenen Hund mit normalen Rasseproportionen<\/strong>, ohne \u00fcbertriebene Einzelheiten.<\/p>\n<p>Wenn die Hunde im Ring erscheinen, m\u00fcssen die R\u00fcden auf Anhieb maskulin, die H\u00fcndinnen feminin wirken. Besonders die K\u00f6pfe sollten das jeweilige Geschlecht deutlich zum Ausdruck bringen und zugleich mit den dazugeh\u00f6renden K\u00f6rpern harmonieren.<\/p>\n<p>Ich sah schon den ein oder anderen kleineren, eher zierlicheren Kopf bei R\u00fcden, die ihrerseits einen schweren, \u00e4u\u00dferst substanzvollen K\u00f6rper besa\u00dfen \u2013 genauso wenig passt ein gewaltiger, kr\u00e4ftiger Kopf zu einer leichter gebauten H\u00fcndin von \u00fcberfeinerter Gesamterscheinung.<\/p>\n<p>Bei der <strong>Gangwerkskontrolle<\/strong> sollte jeder Aussteller seinen eigenen Bewegungsablauf, die Schrittl\u00e4nge und Geschwindigkeit so bestimmen, dass das Gangwerk seines Hundes optimal zur Geltung kommen kann. Besonders die Vorf\u00fchrung der Dalmatiner in verschiedenen Klassen war meist beeindruckend: die Hunde wurden so geschickt pr\u00e4sentiert, dass deren St\u00e4rken optimal hervorgehoben und vorhandene Schw\u00e4chen korrigiert wurden, bzw. in den Hintergrund traten. Mir fielen keine schwerwiegenden Probleme im Zusammenhang mit der Haltung und Form der Beh\u00e4nge, mit der T\u00fcpfelung und der nicht immer gew\u00fcnschten Form der Augen (rund) und auch den Gebissen auf. Einige Dalmatiner hatten nicht den idealen flachen Sch\u00e4del, oder \/ und er war zu schmal \/ breit zwischen den Beh\u00e4ngen. Andere, wiederum, zeigten leichte Faltenbildung am Kopf, auch in entspannter Haltung.<\/p>\n<p>Ferner m\u00f6chten wir Sie gezielt darauf hinweisen, dass der Hals ziemlich lang und keineswegs zu dick sein sollte \u2013 von loser Kehlhaut ganz zu schweigen. Zu kurze H\u00e4lse sind sehr oft kombiniert mit steil gelagerten Schulterbl\u00e4ttern. Kaum ein gezeigter Dalmatiner war absolut \u00fcberzeugend im Brustbereich. Die Vorbrust sollte von der Seite gesehen sichtbar und von vorn betrachtet gut ausgef\u00fcllt sein.<\/p>\n<p>Bitte achten Sie auch verst\u00e4rkt darauf, dass kompakte Pfoten mit gut gew\u00f6lbten und eng aneinander liegenden Zehen verlangt werden und die Ballen fest und elastisch sein sollen. Schlechte Pfoten, wie Hasenpfoten, flache, oder Spreizpfoten tauchen leider immer \u00f6fter auf.<\/p>\n<p>Der Dalmatiner ist entsprechend seiner Entwicklungsgeschichte zweifellos ein Laufhund (fr\u00fcher ein Kutschen-Begleithund) und Kriterien, die sich im Standard ausdr\u00fccklich darauf beziehen, m\u00fcssen Vorrang vor oberfl\u00e4chlichen Details haben.<\/p>\n<p>Sehr wohl, die T\u00fcpfelung ist ein Markenzeichen der Rasse und darf in der Gesamtbeurteilung keineswegs vernachl\u00e4ssigt werden \u2013 aber Einfluss auf die F\u00e4higkeiten und Funktion als Laufhund nimmt der Dalmatiner dennoch durch schlechte T\u00fcpfelung nicht.<\/p>\n<p>Sie werden sicher alle beipflichten, dass ein Laufhund auf festen F\u00fc\u00dfen stehen muss, denn feste Pfoten mit elastischen Ballen schlucken problemlos jede Gel\u00e4ndeunebenheit und gleichen die unterschiedlichste Bodenbeschaffenheit bei jeder Ber\u00fchrung aus. Somit sind wir erneut beim <strong>Gangwerk<\/strong>. F\u00fcr mich stellt die Gangwerksbeurteilung so etwas wie \u201edie Stunde der Wahrheit\u201c dar, zumal hier der routinierteste Handler \u2013 anders als im Stand \u2013 nichts an seinem Hund verbergen kann. Der ideale Bewegungsablauf h\u00e4ngt von der korrekten Vorder- und Hinterhandwinkelung im Zusammenspiel mit der St\u00e4rke und Festigkeit der B\u00e4nder, Sehen, Muskeln und der gesunden K\u00f6rperkonstruktion schlechthin ab. Die Vorderhand muss in der Lage sein, den Schub m\u00fchelos umzusetzen, wobei vorausgesetzt wird, dass die Rippenstruktur den L\u00e4ufen freien und unbehinderten Schwung gestattet. Aufgabe des R\u00fcckens ist, die Kraft von hinten nach vorn ohne Verschlei\u00df zu \u00fcbertragen. B\u00e4nder, Muskeln und Sehnen kontrollieren die Bewegungsrichtung der Glieder, so dass keine Energie durch ein- oder ausw\u00e4rtsdrehende Bewegungen der L\u00e4ufe verschwendet wird.<\/p>\n<p>Ein Hund mit schlechter Vorder- und Hinterhandwinkelung gleicherma\u00dfen, wird in der Bewegung besser aussehen als einer mit unausgeglichenen Winkelungen. Klar, die Bewegung wird dennoch weder gen\u00fcgend Schub noch angemessenen Vortritt aufweisen, denn beides, sowohl statische als auch kinetische Unausgeglichenheit, f\u00fchren zu Erm\u00fcdung und Stress. \u00dcbertriebener Schub als Folge von \u00fcberwinkelter Hinterhand bewirkt, da\u00df der Hund die Vorderl\u00e4ufe unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig hoch hebt, um eine Kollision mit den Hinterl\u00e4ufen zu vermeiden, oder er entwickelt eine seitw\u00e4rts gerichtete krebsartige, abgehackte Bewegung (l\u00e4uft versetzt).<\/p>\n<p>Wichtige Beurteilungskriterien, wie Kopfhaltung, Schrittweite, Schub und Vortritt, Oberlinie, Rutenansatz, Rutenhaltung und die Proportionen allgemein, lassen sich bestens durch eine Seitenansicht beobachten, was Grund f\u00fcr das Kreislaufen ist.<\/p>\n<p>Was die Rute und Rutenhaltung angeht, so finden Sie klare Ausf\u00fchrungen dazu im Standard. Ich m\u00f6chten darauf hinweisen, dass zu hoch getragene Ruten, die sich \u00fcber den K\u00f6rper w\u00f6lben, das Profil der Oberlinie ruinieren und beim Laufhund absolut unerw\u00fcnscht sind. Die Rute stellt eine nat\u00fcrliche Verl\u00e4ngerung des R\u00fcckens dar und sie hat die Aufgabe, die Balance zu unterst\u00fctzen, wenn der Dalmatiner z.B. schnelle, scharfe Drehungen vollf\u00fchrt.<\/p>\n<p>Lassen wir niemals au\u00dfer Acht, der Dalmatiner ist ein gesunder Hund ohne \u00dcbertreibungen, wenn Richter aber einmal \u00dcbertreibungen akzeptieren, tragen sie unweigerlich dazu bei, dass die Rasse Schaden nimmt.<\/p>\n<p><strong>Die Z\u00fcchter sind die Bewahrer der Rasse der Dalmatiner, dennoch ist es zweifellos die Aufgabe der Richter, die Hunde ausschlie\u00dflich nach dem Standard zu beurteilen und keineswegs so, dass die Standardinterpretationen den existierenden Hunden angepasst werden.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Z\u00fcchter, Richter, Vereinsfunktion\u00e4re auf allen Ebenen und Rasseliebhaber m\u00fcssen gemeinsam dazu beitragen, dass die gesunden, rassetypischen und wertvollen Eigenschaften des Dalmatiner, dieser wunderbaren Rassen mit klaren Umrisslinien, unverf\u00e4lscht erhalten bleiben.<\/strong><\/p>\n<p>Wir alle m\u00fcssen dazu beitragen, dass der gesunde Rassetyp und die wertvollen Charaktereigenschaften des Dalmatiner, dass dieser agile und athletische Hund mit klaren Umrisslinien und ohne Neigung zu Massivit\u00e4t erhalten bleibt. Erinnern wir uns daran, wof\u00fcr die Dalmatiner gez\u00fcchtet wurden. Nicht zu gro\u00df und zu schwer in den Knochen und der Struktur, so dass sie die geforderte athletische F\u00e4higkeit zu laufen, sich zu drehen und zu wenden leicht aus\u00fcben k\u00f6nnen, aber dennoch nicht so leicht, dass es ihnen an Ausdauer und Durchhalteverm\u00f6gen mangelt.<\/p>\n<p>Betrachten wir alte Bilder und \u00d6lgem\u00e4lde von von Dalmatinern, und vergleichen diese einmal mit einigen Fotos in Anzeigen und Inseraten von heute, dann werden wir warnend daran erinnert, dass die Sch\u00f6pfer der Rasse einen nirgendwo \u00fcbertriebenen Hund mit gro\u00dfer Ausdauer brauchten, einen Laufhund, der die Kutschen im schwierigen und unwegsamen Gel\u00e4nde \u00fcber lange Strecken begleiten konnten..<\/p>\n<p>Auf einige Auff\u00e4lligkeiten m\u00f6chte ich nun noch hinweisen:<\/p>\n<p>Modetrends, \u00dcbertypisierungen wie Backenansatz, zu schmaler, runder Oberkopf, mandelf\u00f6rmige Augen, kurzer Fang, \u00fcberwinkelte Hinterhand, \u00dcbergr\u00f6\u00dfe, all diese Trends sind hoffentlich nur vor\u00fcbergehende Erscheinungen. Wir beobachteten auch zunehmend eine enge Hinterhand, paddeln, Schw\u00e4chen in den Vorderfu\u00dfwurzelgelenken, zu helle, kleine Augen, zu wenig anliegende Lefzen mit Pigmentschw\u00e4che, \u00fcber den R\u00fccken getragene Rute (zu kurze Kruppe).<\/p>\n<p>\u00dcbrigens, an einem schm\u00e4chtigen, zu kurzen Unterkiefer kann sich kein starker Kaumuskel ansetzen. Wir kennen den spitzen Fang, flacher Unterkiefer \u2013 der Hund wird in seinem Ausdruck h\u00e4sslicher und verliert damit stark in seinem allgemeinen Erscheinungsbild.<\/p>\n<p>Fest steht, dass die Veranlagung von fehlenden Z\u00e4hnen vererblich ist und im Laufe der Zeit leisten wir \u2013 ob wir wollen oder nicht \u2013 damit Unterkiefer-Fehlbildungen Vorschub. Jeder Genetiker wird best\u00e4tigen, dass, wenn nicht auf Vollst\u00e4ndigkeit des Gebisses geachtet wird, alle Zuchttiere genetisch die Veranlagung f\u00fcr unvollst\u00e4ndige Gebisse tragen \u2013 nat\u00fcrlich auch jene Tiere, die im Ph\u00e4notyp ein komplettes Gebiss aufweisen! Die Dalmatiner sollen ein Scherengebiss haben, diese Forderung beinhaltet auch ein Gebiss, einen Zahnstatus der Gr\u00f6\u00dfe des Hundes entsprechend. Zur Zeit sieht man sehr viele Dalmatiner mit zu kleinen Z\u00e4hnen, mit unregelm\u00e4\u00dfigen unteren Schneidezahnleisten.<\/p>\n<p>Alles in allem sehen wir in den Ringen dennoch auch sehr typvolle, wesensfeste Hunde mit viel Ausstrahlung.<\/p>\n<p>Auch wenn <strong>&#8222;Wesen<\/strong>&#8220; und <strong>&#8222;Charaktereigenschaften<\/strong>&#8220; in den Standards meist nur mit einigen Zeilen abgetan werden, d\u00fcrfen wir uns als Formwertrichter nicht nur mit dem Exterieur des Rassehundes besch\u00e4ftigen, sondern sehr bedeutungsvoll ist auch die angemessene Einsch\u00e4tzung des Verhaltens des Hundes im Ring, indem wir etwa folgenden Fragestellungen nachgehen:<\/p>\n<p>Wie gestaltet sich die Beziehung zwischen Hund und Vorf\u00fchrer, zeigt sich der Hund aufmerksam und temperamentvoll, wie verh\u00e4lt er sich anderen Hunden gegen\u00fcber im engen Ausstellungsring? Wie reagiert er bei der Zahnkontrolle, kann ich als Richter den Hund problemlos abtasten?<\/p>\n<p>Unabh\u00e4ngig vom Alter und der Gr\u00f6\u00dfe sollten sich alle Hunde gegen\u00fcber Leuten, die f\u00fcr den Besitzer \/ Vorf\u00fchrer keine Gefahr darstellen \u2013 und dazu geh\u00f6rt auch der Richter \u2013 friedlich und ausgeglichen verhalten.<\/p>\n<p>Gern berichten wir, dass das Verhalten der Dalmatiner innerhalb und au\u00dferhalb der Ringe im allgemeinen frei von Aggressionen ist. Besonders w\u00e4hrend der Beurteilungsvorg\u00e4nge zeigen sich die Hunde recht diszipliniert, ruhig und gelassen und ebenso verhalten sich mehr oder weniger auch die Aussteller weltweit r\u00fccksichtvoll und sportlich fair. Wenn \u00fcberhaupt, dann herrscht hin und wieder einige Bellfreudigkeit und eine gewisse Eigenwilligkeit der Hunde untereinander.<\/p>\n<p>Ganz wichtig!: Wir d\u00fcrfen nicht nur nach einzelnen Fehlern suchen und dabei die \u00fcbergeordnete Bedeutung der Gesamtheit des Typs vernachl\u00e4ssigen. Wir haben z.B. R\u00fcden, die sehr elegant wirken, so elegant, dass sie schon als \u201efeminin\u201c zu bezeichnen sind. Analysiert man einen solchen Dalmatiner in allen Details, so wird man keine gravierenden Abweichungen vom Standard feststellen und dennoch fehlt ihm ein ganz entscheidendes Element, der r\u00fcdenhafte, maskuline Ausdruck und Habitus.<\/p>\n<p>\u00dcbrigens, genauso verwerflich sind deutlich maskulin wirkende H\u00fcndinnen (umgekehrtes Geschlechtsgepr\u00e4ge).<\/p>\n<p>Den k\u00f6rperlichen M\u00e4ngeln in ihrer z\u00fcchterischen Auswirkung unbedingt gleichzusetzen ist die Wesensschw\u00e4che eines Hundes. Die Wesensfestigkeit ist die Grundlage jeder Zucht und ganz besonders trifft das auf den Dalmatiner zu. Leider wird dies in der Praxis viel zu wenig beachtet.<\/p>\n<p>Die Wesensfestigkeit ist die Grundlage jeder Zucht und ganz besonders trifft das auf den Dalmatiner zu. Leider wird dies in der Praxis viel zu wenig beachtet.<\/p>\n<p><strong>\u201eAuch f\u00fcr uns Formwertrichter muss immer gelten, dass der Wert eines Hundes nicht in der Anzahl seiner Titel, sondern in der Qualit\u00e4t seiner Nachkommen besteht\u201c.<\/strong><\/p>\n<p><em>Gisa Schicker<\/em><\/p>\n<\/div><\/section>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"_price":"","_stock":"","_tribe_ticket_header":"","_tribe_default_ticket_provider":"","_ticket_start_date":"","_ticket_end_date":"","_tribe_ticket_show_description":"","_tribe_ticket_show_not_going":false,"_tribe_ticket_use_global_stock":"","_tribe_ticket_global_stock_level":"","_global_stock_mode":"","_global_stock_cap":"","_tribe_rsvp_for_event":"","_tribe_ticket_going_count":"","_tribe_ticket_not_going_count":"","_tribe_tickets_list":"[]","_tribe_ticket_has_attendee_info_fields":false,"footnotes":"","_tec_slr_enabled":"","_tec_slr_layout":""},"class_list":["post-7056","page","type-page","status-publish","hentry"],"ticketed":false,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wafdal.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/7056","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/wafdal.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/wafdal.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wafdal.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wafdal.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7056"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/wafdal.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/7056\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7109,"href":"https:\/\/wafdal.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/7056\/revisions\/7109"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wafdal.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7056"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}